Jahresversammlung des Vereins Russenkinder e.V.

Am 21. 10. 2017 fand unsere Jahresversammlung im Deutsch-Russischen Museum statt.

Solche Versammlungen bilden einen Höhepunkt im Vereinsleben. Entsprechend der Tagesordnung begann die Promoventin Sophie Hubbe (Sigmund Freud Privatuniversität Wien / Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg) mit der Vorstellung ihres Promotionsprojektes zu deutschen Besatzungskindern und Besatzungsenkeln. Wir hatten zwei Russenkinder zu Gast, die ihre Geschichten erzählten. Wie immer, wenn Menschen ihre Schicksale erzählen, besonders wenn diese tragisch sind, beeindruckt das die Zuhörer.

Schließlich haben sich Teilnehmer zur Mitarbeit bereit erklärt. Wir sind daran interessiert, ein möglichst breites Spektrum unserer Leben in die Öffentlichkeit zu bringen. Wir danken den Beteiligten für ihre Offenheit.

 

Der Rechenschaftsbericht beschäftigte sich mit den Schwerpunkten der Arbeit des vergangenen Jahres.

Im Mittelpunkt, wirklich wichtig für uns, ist die Situation der Auskunftsgewährung durch die russischen Archive. Während alle Archive, die den Diensten Russlands angehören, die Informationen über unsere Väter bereitwillig Auskunft erteilen, und wenn sie es nicht können, uns an das Militärarchiv in Podolsk verweisen, ja selbst unsere Anfragen nach dort weiterleiten, hat dieses Archiv verschiedenen Russenkindern in Deutschland und Österreich mindestens fünf verschiedene Versionen geschrieben, warum es selbst keine Auskünfte mehr erteilt

Wir schrieben das Archiv selbst, den russischen Botschafter in Berlin, Grinin, schließlich den russischen Präsidenten Putin an. Alles ohne Erfolg.

In den Verfassungen und Grundgesetzen der allermeisten Länder in der Welt wird die Familie als wichtiges Gut geschützt. Hier hat die russische Militärbürokratie das für sich außer Kraft gesetzt.

Wir werden dem nicht einfach zusehen, sondern weitere Schritte unternehmen. Als Verein sind wir Teil der Zivilgesellschaft und erwarten entsprechende Antworten.

Die Zahlen der Besucher unserer Webseiten ist in einem beeindruckendem Maße gewachsen. Schon jetzt im Oktober wurden die Vorjahreszahlen übertroffen.

Die Webseite ist nicht mehr wegzudenken. Beim Ausfall im August dieses Jahres wurde die Notwendigkeit deutlich. Weltweit greifen Interessierte darauf zu.

Turnusgemäß stand die Wahl des Vorstandes an. Der alte Vorstand wurde mit Dank verabschiedet und ein neuer gewählt.

Frau Dr. Ingrid Thomas und Anatoly Rothe wurden einstimmig wiedergewählt. Und was uns besonders freut, ein weiteres Russenkind, Hendrik Schink, erweitert den Vorstand.

Als nächste Aufgaben stehen an – die Klärung der Situation der Auskünfte aus dem Militärarchiv in Podolsk. Schließlich sind dort die Unterlagen, die die allermeisten Russenkinder betreffen. Wobei die Anzahl der Anfragen überschaubar ist.

Die Webseite muß gestrafft werde. Wichtige Artikel in andere Sprachen übersetzt werden.

Und schließlich benötigen wir eine größere Spende oder Zuwendung, um unsere Russenkinder besser aufrufen zu können, sich auf den Weg der Suche nach ihren Vätern, resp. Familien zu begeben .

 

4. 10. 2017 Deutschlandfunk Kultur

Nach mehreren Kontakten mit Journalisten bekommen wir langsam Öffentlichkeit.

"... vielleicht erinnern Sie sich ja noch an unser Interview im Sommer. Der erste Beitrag, der daraus entstanden ist, wird am 04. Oktober gesendet. Innerhalb der Sendung "Länderreport" auf Deutschlandfunk Kultur werden die acht Minuten zwischen 13:05 und 14:00 Uhr ausgestrahlt."

Das schrieb uns der Interviewer.

Wichtigste Aussage: Russenkinder haben die Möglichkeit, ihre Väter zu suchen. Wie sie es machen können, erfahren sie auf unserer Webseite. Und wenn sie Hilfe brauchen, können sie sich vertrauensvoll an uns wenden.

Hier zu hören:
Besatzungskinder im Nachkriegsdeutschland"Russenbalg!"
http://www.deutschlandfunkkultur.de/laenderreport.1000.de.html
und auf "HÖREN" drücken.

 

 

 

 

27. 6. 2017 - Konzert mit Valery Gergiev in Berlin

 

Wie in unseren Terminen angekündigt, fand heute das Konzert statt. Wir wiesen ja darauf hin, dass mit der Roten Armee auch die russische und sowjetische Kultur und Kunst zu uns kam.

Heute war wieder so ein Ereignis. Wer kann sich schon der Musik Pjotr Tschaikowskis entziehen? Ebenso der Ludwig van Beethovens? Dirigiert von einem russischen bedeutendem Dirigenten?

Und so gab es in der Pause ein Treffen mit einer von uns, N. S. Ihr Mann war so freundlich, deshalb nicht auf dem Foto, eine Aufnahme zu machen. Ihre Tochter erzählte, dass sich inzwischen ihre Tochter, also die Enkelin für den Fortgang interessiert.

Wir sollten derartige Gelegenheiten nutzen, das Land, die Kultur, die Lebensweise der Länder unserer Väter kennenzulernen, sie verstehen zu lernen und sie schätzen zu lernen.